Endlich können wir wieder arbeiten: Asuntha Charles, die Landesdirektorin von World Vision Afghanistan, im Gespräch mit einer Bedürftigen.
Text: World Vision
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World Vision Afghanistan hat am Sonntag den 5. September – nach wochenlanger Unterbrechung – seine Arbeit wieder aufgenommen und mobile Gesundheits-, Ernährungs- und Lebensmittelverteilungsaktionen im Westen des Landes gestartet. Ziel der mobilen Kliniken ist es, unterernährte Kinder zu versorgen und dringende Gesundheitsprobleme zu behandeln. Insgesamt haben sechs mobile Gesundheitsteams wieder zu arbeiten begonnen, auch begann die Verteilung von Lebensmitteln in Zusammenarbeit mit dem World Food Programm (WFP) der Vereinten Nationen. Die mobilen Gesundheitsteams von World Vision betreuen Familien, die durch den Konflikt aus anderen Teilen Westafghanistans vertrieben wurden, sowie die gefährdeten Gemeinden, die sie aufnehmen. Mobile Gesundheitsteams sind die erste Anlaufstelle bei Gesundheitsproblemen, die eine sofortige oder weitergehende Behandlung erfordern.
Asuntha Charles, die Landesdirektorin von World Vision, sagt: «Wir sind erleichtert, dass wir nach Wochen der Ungewissheit, der Not und des Konflikts wieder an die Arbeit gehen können. Wir konzentrieren uns jetzt auf den Wiederaufbau unserer Aktivitäten. Wir müssen unsere Systeme in Betrieb nehmen, unsere mobilen Gesundheitsteams mit Medikamenten und persönlichen Schutzausrüstungen ausstatten und Personal für die Nahrungsmittelverteilung einsetzen.»
Jetzt ist schnelle Hilfe gefragt
World Vision will insbesondere sicherstellen, dass unterernährte Kinder sofort in Ernährungsprogramme aufgenommen werden. Derzeit ist das Team mit den Vorbereitungsarbeiten beschäftigt, die für die Ausweitung der Verteilungsaktionen vor Ort erforderlich sind. World Vision ist bereit, weitere Unterstützung zu leisten, aufbauend auf 20-jähriger Erfahrung in der Zusammenarbeit mit afghanischen Gemeinden.
Mehr als 18 Millionen Afghaninnen und Afghanen – mindestens die Hälfte des Landes – benötigen nach einer schweren Dürre, Konflikten, Vertreibungen und den Auswirkungen von Covid-19 humanitäre Hilfe. Derzeit stehen jedoch keine ausreichenden Mittel zur Verfügung, um den Bedarf zu decken. Der UN-Reaktionsplan in Höhe von 1,3 Mrd. USD ist derzeit nur zu 39 % finanziert. Es wurde ein neuer UN-Blitzaufruf gestartet, in dem zusätzliche 193 Millionen US-Dollar gefordert werden. Mit den 15 Mio. USD von World Vision sollen eine Million Menschen unterstützt werden, die Hälfte davon Kinder.
Frauen sind wichtig in der Zusammenarbeit
Asuntha Charles nimmt von Kabul aus an dem von den Vereinten Nationen vermittelten Ministertreffen teil. Da die aktuelle Situation für viele NGO-Mitarbeiterinnen unklar ist, fordert World Vision, dass die Rechte der Frauen uneingeschränkt geschützt werden, einschliesslich des Rechts zu arbeiten, humanitäre Hilfe zu leisten und in der Lage zu sein, sicher Hilfe zu erhalten. «Alle humanitären Helfer und Helferinnen müssen ihrer Arbeit ohne Einschränkungen und frei von Drohungen nachgehen können», betont Asuntha Charles. «Dies gilt selbstverständlich auch für Frauen. Es ist nicht nur ihr Recht, sondern auch entscheidend, um die Bedürfnisse aller Bedürftigen zu erfüllen, einschliesslich Mädchen, Müttern und schwangeren Frauen, die sonst möglicherweise unsichtbar wären. Die Staats- und Regierungschefs der Welt haben die Möglichkeit, eine potenzielle Katastrophe abzuwenden und das Leben von Millionen Jungen und Mädchen in Afghanistan zu retten – sie müssen alles in ihrer Macht Stehende tun, um dies zu tun», sagte Charles.
Als humanitäre Organisation glaubt World Vision an das Recht der Frauen auf Arbeit, so wie auch die Männer dieses Recht haben. Frauen sind ein unverzichtbarer Teil der Belegschaft, wenn World Vision wirksame Programme für gefährdete Frauen und Mädchen in den Gemeinden durchführen will. Wir stehen mit der humanitären Gemeinschaft zusammen, um darauf zu bestehen, dass Frauen Teil der Belegschaft sind und dass Programme nicht begonnen werden, wenn nicht sichergestellt ist, dass dies der Fall ist. Einzige Ausnahme sind die lebensrettenden Massnahmen.
Für die Zukunft afghanischer Kinder werden am Montag (13.9.2021) in Genf wichtige Entscheidungen getroffen. Staats- und Regierungschefs bzw. hochrangige Regierungsvertreter beraten über die Lage der Menschen im Land und über humanitäre Unterstützung, um Hunger und Not zu lindern.